Ich stehe um Punkt 8 Uhr an der Grenze, bekomme meinen Ausreisestempel und radle zur argentinischen Seite. Vorbei ist es wieder mit Teer oder Betonstraße. Die Ruta National 40 biegt ab und ich nehme die Schotterpiste. Die andere Straße wäre wieder nach kurzer Zeit asphaltiert gewesen. Es rollt auf dem Schotter aber gut, da der Rückenwind schiebt. Hinzu kommt, dass ich die nächsten 40 km für mich habe. Keiner sonst scheint die Piste zu nehmen.

Es kommen zwar Gedanken auf, dass sie abrupt endet oder viel schlechter wird. Als ich wieder auf die andere Straße stoße, genieße ich für 10 km Asphalt. Dann zweigt wieder die RN 40 ab und diesmal muss ich sie auch nehmen, denn es ist eine Abkürzung von 70 km. Leider soll sie in einem sehr schlechten Zustand sein. Doch das kann ich nicht bestätigt. Als Radler hat man ja immer die Möglichkeit sich die beste Spur aus zu suchen. Treffe Nancy und Dave, zwei Australier die in Alaska gestartet sind und jetzt noch nach Ushuaia radeln, bevor es für sie wieder in Richtung Heimat geht. Da bin ich schon wieder richtig neidisch.

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Als ich das zweite Radlerpärchen treffe, habe ich die Schotterpiste bereits verlassen und muss mich wieder über die an mir vorbei rasenden Autofahrer ärgern. Der Wind wird immer stärker und meine Hoffnungen schwinden, dass ich El Calafate an diesem Tag noch erreichen kann. Es geht über 40 km stetig sachte bergauf, aber das würde mich kein bisschen stören, wenn nur der Wind nicht immer stärker werden würde. Meine Geschwindigkeit ist auf unter 10 km/h gesunken. Am Pass angekommen muss ich dann auch noch feststellen, dass ich runter auch richtig auf die Pedale treten muss um vorwärts zu kommen. 7% Gefälle und man muss kräftig treten. An die 212 km ist nicht mehr zu denken. Um 21 Uhr geht nichts mehr, so versuche ich noch zu trampen, doch die paar Autos die  kommen, rauschen an mir vorbei. 

Aus einer verlassenen Hazienda winkt man mir, ich sollte doch kommen. Der Bewacher des Landgutes bietet mir einen kleinen Raum zum schlafen an. Nicht gerade der sauberste, aber mir bleibt keine andere Wahl. Die Straßenränder sind alle begrenzt mit Zäunen und Windschatten für einen Zeltaufbau findet man auch keinen.

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