Aufbruch ins Radabenteuer

Wir packen unsere Sachen und verabschieden uns voneinander, denn jetzt beginnt der zweite Teil der Reise. Sabine fliegt nach Hause und ich nach Ushuaia. Bei Sabine fließen die Tränen, doch dann radle ich los und verschwinde im Verkehrsgewusel. Es  klappt alles auch recht gut, doch plötzlich stellt sich mir die Autobahn in den Weg und da will ich auf keinen Fall drauf fahren. Nach zweimaligem fragen, finde ich auch endlich eine Überführung und rolle ins Flughafengebäude. Ich suche mir eine einsame Ecke und zerlege mein Fahrrad. Pedale ab und Lenker schief gestellt, doch da taucht ein unerwartetes Problem auf, wo ist das Klebeband? Alle Radtaschen wieder aus der großen Tasche auspacken und in meiner Verzweiflung durchsuche ich die Taschen dreimal, aber es ist nicht zu finden. Doch oh was ein Glück, es tauch unter der großen Tasche auf. Als Polsterung wickele ich Noppenfolie um den Rahmen, sowie die Kette. Das Kopfkissen dient als Schutz am Ausfallende. Nun ab zum Schalter, doch der ist am anderen Ende der Halle. Das Rad lässt sich nicht schieb und das Gepäck wiegt, wie sich später herausstellen wird, 27 kg. Auf dem Rücken habe ich noch den Rucksack mit Zelt und Isomatte, auch dies wiegt 11-12 kg. Hinzu kommt noch die schwere Lenkertasche mit Foto, Tele, Garmin, iPhone und IPad. Schweißgebadet finde ich nach 100 m einen Gepäckwagen, wo ich bis auf das Fahrrad alles drauf packen kann. Also ab zum Einchecken an den Aeorlinas Schalter. Die schicken mich wegen des Sperrgepäcks wieder in die Richtung, wo ich hergekommen bin. Der nette Schalterbeamte teilt mir gleich mit, dass ich so mein Fahrrad nicht aufgeben kann. Ich soll einen Karton besorgen und es ordentlich verpacken. Doch das geht ja nicht mehr, dazu ist die Zeit zu knapp. Dafür hätte ich ja auch nochmal in die Stadt fahren müssen. Da kommt ihm die Idee es in Folie einzuwickeln. Vom Förderband runter und zum Folienverpacker. Haarsträubend kreist mein Fahrrad auf dem Hinterrad und wird dabei umwickelt. Zweimal verkeilt sich das Rad in der Maschine und droht Schaden zu nehmen, doch es geht alles gut. Der Schalterbeamte ist begeistert und klebt jetzt den erforderlichen Destinationaufkleber auf mein Gepäckstück. Doch oh Schreck, das nächste Problem lässt nicht lange auf sich warten. Die Reisetasche mit den Fahrradtaschen ist viel zu schwer.  Bei Inlandsflügen sind nur 15 kg erlaubt und mehr als 23 kg dürfen sie gar nicht annehmen. So muss ich 3 kg umpacken. Auf Anhieb fallen mir die Reiseführer ein, welche ich ja ins Handgepäck packen kann. Auch noch einige Energieriegel finden den Weg ins Handgepäck. Mit 4 kg ist er dann zufrieden. Ich muss aber noch die 9 kg Übergepäck bezahlen, bevor ich dann endlich die Bordkarte in der Hand habe und zum Gate kann. Der Flug verläuft reibungslos, doch der Landeanflug erweist sich als kompliziert. Dicht an den Bergen vorbei und auch dicht über der Wasseroberfläche, dies alles bei sehr starkem Seitenwind. Doch die Piloten scheinen das hier gewohnt zu sein.

Mein Gepäck und das Fahrrad sind wider Erwarten unbeschädigt angekommen. Jetzt heißt es auspacken und zusammenschrauben. Draußen erwartet mich eine herrliche Gebirgslandschaft am Beagle Kanal. Es ist auch noch sehr lange hell, ganz anders als in Buenos Aires.

Meine gebuchte Pension in Ushuaia finde ich schnell, nur ein paar Blöcke vom Hafen entfernt. Mit meinem vielen Gepäck die steilen Rampen hoch erweist sich als schwierig, doch im kleinsten Gang schaffe ich es.

Eine kurze Erfrischung unter der Dusche und ab in die City. Um 22 Uhr sind die Restaurants immer noch brechend voll und so kann ich noch meine Speicher auffüllen. 

Da ich nun ja mindestens 3 000 km südlicher bin, wird es jetzt auch erst um 22Uhr dunkel. Im Hard Rock Café spielt gerade eine super Liveband.